Die auditive Wahrnehmung und ihre Bedeutung für den Erwerb von Lesen und Schreiben

Workshop

Der Workshop Die auditive Wahrnehmung und ihre Bedeutung für den Erwerb von Lesen und Schreiben thematisiert die Grundlagen der auditiven Wahrnehmung, die für das Lesen und Schreiben von Bedeutung sind.

Ziele

Hören ist die Grundvoraussetzung für den Erwerb gesprochener Sprache und für die zwischenmenschliche Kommunikation schlechthin. Trotz aller modernen Medien ist Mündlichkeit immer noch die mit Abstand am häufigsten genutzte Form der menschlichen Kommunikation im Alltag; und sie ist die natürlichste Form der Kommunikation. Aus dieser ursprünglichen Form heraus entstand – entwicklungsgeschichtlich betrachtet – erst sehr viel später die Schriftlichkeit als sekundär abgeleitetes Medium.

Taub geborene Kinder lernen nicht sprechen. Die Wahrnehmung geht in der Sprachentwicklung stets der Sprachproduktion voraus. Sprechen lernen ist der klassische Fall für Imitationslernen. Klangbilder der Umgebungssprache werden vom Kind wahrgenommen und nachgeahmt. Die imitierten Laute werden aufgrund der Eigenwahrnehmung mit den lautlichen Vorbildern auditiv verglichen und sukzessive angepasst. Die Hörwahrnehmung stellt damit die zentrale Grundvoraussetzung für die spezifisch menschliche Kommunikation mittels gesprochener Sprache dar. Den Prozess der auditiven Sprachverarbeitung im Hinblick auf die Laut- und Worterkennung genauer zu verstehen und dieses Wissen für den Orthographieerwerb nutzbar zu machen, ist das übergeordnete Ziel dieses Workshops.

Aus dem Inhalt

Nach einer kurzen Einführung wird im Workshop „Die auditive Wahrnehmung und ihre Bedeutung für den Erwerb von Lesen und Schreiben“ in die Anatomie, Physiologie und die wahrnehmungspsychologischen Grundlagen der auditiven Verarbeitung werden spezielle Aspekte der auditiven Sprachverarbeitung behandelt. Ausgehend von den Besonderheiten einer Alphabetschrift im Unterschied zu Silbenschriften und Bilderschriften wird der Laut-Schrift-Bezug in der deutschen Sprache detailliert dargestellt. Schwächen und Fehler „moderner“ Lese-Rechtschreib-Didaktiken werden aufgezeigt und erörtert. Einzelne Lautklassen werden im Hinblick auf ihre auditiven Ähnlichkeiten und deren Konsequenzen für den Lese-Rechtschreib-Prozess vorgestellt. Defizite in der auditiven Verarbeitung sind häufig Ursachen für Lese-Rechtschreib-Probleme. So haben lese-rechtschreibschwache Kinder insbesondere Probleme in der Herstellung des Phonem-Graphem-Bezugs. Rasche akustische Veränderungen im Sprachsignal wie z.B. bei den Konsonant-Vokal-Übergängen werden nur beschränkt erfasst. Die primären Wahrnehmungseinheiten der Sprachverarbeitung und ihre Rolle in der Worterkennung müssen verstanden werden, um die Fallstricke beim Orthographieerwerb im konkreten Einzelfall zu erkennen und angemessene Hilfestellung geben zu können.

Zielgruppe

Der Workshop richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer sowie (Schul-)Psychologen, Pädagogen, Schulberater, Ergotherapeuten, Logopäden und weitere Berufsgruppen aus dem psychosozialen Arbeitsfeld, die sich im Bereich der auditiven Wahrnehmung fortbilden möchten.

Dauer

2 Tage; Sa. 10.00–17.00 Uhr und So. 9.00–16.00 Uhr

Zertifizierung

Die Teilnahme wird mit einem Zertifikat des VIGESCO-Instituts bescheinigt.
Unser Workshop  ist zertifiziert von 4Kids 2GET e. V. (Fachverband für ganzheitliche Entwicklung und ganzheitliche Therapie e. V.

Dozent

Prof. Dr. Walter Sendlmeier

 

Neue Termine sind für 2018 in Planung